Thomas Jarzombek zu Gegenangriffen Deutschlands in Cyberkonflikten

16. Mai 2017
Name: Thomas Jarzombek
Position: Arbeitsgruppenvorsitzender des Ausschusses für „Digitale Agenda“
Thema: Gegenangriffe Deutschlands in Cyberkonflikten

“Angriff ist die beste Verteidigung.”, dieser Spruch ist allseits bekannt. Doch inwieweit können Gegenangriffe Cyberattacken effektiv verhindern?
Führt das nicht zur Eskalation?

Thomas Jarzombek, Arbeitsgruppenvorsitzender des Ausschusses für „Digitale Agenda“, erklärt, dass der Gegenangriff ein bereits bekanntes Mittel ist, mit dem wir uns wehren können. Auf einen Cyberangriff wie das Herunterfahren eines Kraftwerks könne man jedoch nicht mit Raketen oder Ähnlichem reagieren.
Es ginge vielmehr darum, dem Feind das Gleiche antun zu können, was er einem selbst antut. Eine aus dem Kalten Krieg bekannte Taktik der Abschreckung.
Doch damit man solche Gegenschläge schnell genug ausführen kann, müssen sie lange vorbereitet werden. Bei einem Angriff auf ein Atomkraftwerk benötigt es Monate an Vorbereitung. Somit müssten präventiv bereits Zugänge zu Infrastrukturen von potentiellen Angreifern gelegt werden. “Ich wünsche mir ausdrücklich keine Zugänge zu Atomkraftwerken. […] Aber ich glaube, dass es am Ende halt nicht anders gehen wird.”, so Jarzombek.

Was ist künftig noch Schutz und was schon Angriff? Dies ist ein komplexes Thema, das weit über Landesgrenzen hinaus reicht. Es solle klare Regeln geben, was erlaubt ist und was nicht, “denn wir bleiben ein reiner Verteidigungsstaat”, unterstreicht Jarzombek. Auch wenn es in Zukunft eine feinere Linie zwischen Verteidigung und Angriff gibt und man nicht so einfach “zwischen Tür und Angel” entscheiden kann was im Rahmen liegt und was nicht.

 

 

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