Prof. Dr. Heyo Kroemer zum Medizinstudium 2020 und Präzisionsmedizin

20. Juni 2017
Name: Prof. Dr. Heyo Kroemer
Position: Präsident des Medizinischen Fakultätentages
Thema: Präzisionsmedizin und das Medizinstudium 2020

Die Digitalisierung des Gesundheitssystems ist Kernthema des Digital-Gipfels 2017. Doch wird die nun immer mehr benötigte digitale Kompetenz im Medizinstudium auch vermittelt?

“Das Medizinstudium gehört zu den am stärksten regulierten Studien innerhalb Deutschlands”, so Prof. Dr. Heyo Kroemer, Präsident des Medizinischen Fakultätentages. Statt einer systematischen Ausbildung in medizinnaher IT würden Digitalisierungsaspekte bis jetzt nur eine nachgeordnete Rolle in Statistik und diagnostischen Auswertungsverfahren spielen.

Auch die Initiative “Medizinstudium 2020” der Bundesregierung integriert die Digitalisierung bis dato noch in keinster Weise in ihren Masterplan, dies hofft Kroemer allerdings durch die medizinischen Fakultäten einzubringen.

Die Fortschritte in der digital vernetzten “Präzisionsmedizin” werfen allerdings auch die Fragen auf, inwiefern der Behandlungserfolg eines Patienten in Zukunft von dessen Bildungsstand, Gesundheitskompetenz und dessen Offenheit gegenüber der Erhebung von Daten abhängen wird.

Wichtig sei es, dass “neue Technologien breit diskutiert [werden], Teilhabe [ermöglicht wird] und Menschen [aufgeklärt werden]”, so Kroemer. Fortschritt solle nicht von dem individuellen Intelligenzgrad  eines Menschen abhängen.

Um nicht von der Eigendynamik der Digitalisierung  “überrollt” zu werden, solle der Staat laut Kroemer bestimmte Leitplanken vorgeben, innerhalb derer der Digitalisierungsprozess voranschreiten könne. Für die Art und Weise, wie dieser Prozess moderiert werden soll, “[gibt es] kein Patentrezept”, so Kroemer

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