Generalleutnant Ludwig Leinhos über das Kommando Cyber- und Informationsraum

14. Mai 2017
Name: Generalleutnant Ludwig Leinhos
Position: Inspekteur des Kommandos Cyber- und Informationsraum der deutschen Bundeswehr
Thema: Das Kommando Cyber- und Informationsraum

Nachdem die Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen in diesem April das Kommando Cyber- und Informationsraum (CIR) in den Dienst gestellt hat, wird die Bewegung der Bundeswehr hin zu einer IT-Sicherheitsstrategie, in der nicht nur Angriffe abgewehrt, sondern auch offensiv verteidigt werden kann, immer deutlicher.

Doch bedeutet dies eine verspätete Richtungsänderung der deutschen Bundeswehr, nachdem in den USA bereits im Jahr 2010 das “United States Cyber Command” gegründet wurde?

Laut Generalleutnant Ludwig Leinhos, dem die Leitung des neuen Kommandos untersteht, stellt die Neugründung des Kommandos keine verspätete Reaktion, sondern vielmehr eine “Bündelung” bereits vorhandener Kräfte dar. Diese sollen jedoch nun um Experten aus verschiedensten Bereichen wie beispielsweise der Softwareentwicklung, der IT-Sicherheit, der Fernmeldetechnik oder auch konventionellen Soldaten erweitert werden. Konkret bildet das Kommando mit derzeit 260 Personen das “Dach des neuen Bereiches”,  so Leinhos, der zukünftig insgesamt 13.000 Personen umfassen wird.

Da die primären Anforderungen an IT-Sicherheitsexperten nicht mit denen an einen klassischen Soldaten parallel zu setzen sind, verfolgt die Bundeswehr nun auch eine neue Strategie der personellen Anwerbung:

Zu den Mitgliedern des Kommandos sollen so zukünftig auch neue und bislang unterepräsentierte Bewerbergruppen, wie beispielsweise Personen mit Migrationshintergrund oder eingeschränktem Fitnesslevel zählen.

Eine “Minimalanfordrung an soldatischen Grundfertigkeiten” soll trotz des verlagerten Tätigkeitsbereiches bei der Anstellung von konventionellen Soldaten dennoch eine notwendige Rolle spielen, äußerte sich Leinhos, wenngleich nun durch den Bewerberprozess eine multidisziplinäre zusammenarbeit verschiedener Fachexperten, und somit auch eine erweiterte Perspektive im Bezug auf Cybersecurity, ermöglicht werden soll.

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