Identifikation mit Fingerabdruck?

26. November 2007
Dieser Post ist ein Gast-Beitrag von portaleco.

In Deutschland wurden mit immensem Aufwand in den neuen Pässen auch auf Drängen der USA die Kenndaten von zwei Fingerabdrücken gespeichert. Dabei haben Experten immer gewarnt, dass keine ausreichenden empirischen Daten aus Großversuchen vorliegen würden, die diese Maßnahme auch rechtfertigen würde. Nun kommt aus USA die Meldung, dass zwei Fingerabdrücke zur eindeutigen Identifikation von Personen nicht ausreichen. Die USA wird deshalb ein Verfahren einführen, dass 10 Fingerabdrücke verlangt. Dabei wurden die neuen Pässe vor allem mit der Begründung eingeführt, dass diese Pässe für eine Einreise in die USA zwingend notwendig sind. In der Öffentlichkeit wird das wohl wieder als Versagen der deutschen IT Experten gedeutet werden. Vielleicht trägt das aber dazu bei, dass politisch motivierte Prestigeprojekte wie zum Beispiel die immer wieder verzögerte Gesundheitskarte noch einmal auf den Prüfstand kommen. Zumindest scheint die bayrische Regierung nicht gewillt zu sein, einer vorschnellen Einführung zuzustimmen.

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6 Antworten zu “Identifikation mit Fingerabdruck?”

  1. Horst sagt:

    Das ist doch die reinste Farce.

    Wir haben im Innenministerium einen Herr Schäuble sitzen, der inzwischen mehr durch seine “Stasi 2.0 Aktivitäten” bekannt ist als für alles andere.
    Viel vorzuweisen hat er nicht, außer laufend neue Themen einzubringen, welche ewig diskutiert werden, und meist eigentlich aufgrund fehlender Argumente oder begründender Studien abzulehnen sind.
    Durchgesetzt werden diese dann trotzdem, damit der Staat einerseits dem Volke vormachen kann, dass es sich um deren Belange in Bezug auf die Sicherheit kümmert und vor allem, weil der große Bruder – die USA – das gerne sehen würde.
    Denn diesen zu kritisieren für seine Außenpolitik oder Sicherheitsmanagment wäre ja eine Todsünde. Dass die Herren gegenüber vom großen Teich nicht einmal in der Lage sind normale Bürger von Terroristen zu unterscheiden, nur weil sich der Name ähnelt, wird dort gern vergessen.

    Dass die meisten unabhängigen IT-Experten Dinge wie einen Bundestrojaner für unrealistisch halten, wird dort nicht weiter betrachtet.
    Da fragt man lieber parteieigene “Experten”, welche Windows nicht von Tütensuppe unterscheiden können und beruft sich darauf.

    Georg Orwell war wohl Realist … wenn auch 23 Jahre zu früh.

  2. Hans-Christian sagt:

    Der elektronischen Personalausweises soll es ermöglichen den Geschäftsverkehr im Internet auf eine sichere Rechtsgrundlage zu stellen. Mittels qualifizierter elektronischer Signatur in Verbindung mit einem Personalausweis wird für beide Vertragsparteien Rechtssicherheit bzgl. seiner Vertragspartner erreicht…
    Diese Sätze stammen aus einer Wiki, Stichwort ‘Personalausweis’ und ich kann das Ziel unterstützen. Ich verstehe die Diskussion so, daß leicht durchsichtige Schnellschuesse leider nicht Zielführend sind. Biometrischen Daten sind aber unerlässlich für eine sichere Identifikation. (2 oder 10 Finderabdrücke?)

    • Stefan999 sagt:

      Analog dem militärisch-industriellen Komplex aus dem Kalten Krieg scheint sich jetzt eine Art polizeilich-industrieller Komplex herauszubilden. “Sicherheitsunternehmen” aller Art betreiben heftiges Lobbying, damit die Behörden ihre Produkte auch kaufen. Was z.B. hat ein RFID-Chip in den neuen Ausweisen zu suchen? Ein solcher Chip bringt keine zusätzliche Sicherheit, sondern eher Risiken bringen, da er leichter von Unbefugten ausgelesen werden kann, ohne dass der Inhaber des Ausweises etwas merkt. Irgendein Lobbyist hat da mal wieder etwas durchgedrückt.

      Was nun die Fingerabdrücke betrifft, zur eindeutigen Identifizierung des Ausweisinhabers reicht einer, einen zweiten nutzt man wegen der Fälschungssicherheit. Diese kann aber durch die restlichen Fingerabdrücke nicht erhöht werden, da wäre es eher sinnvoller, ein anderes biometrisches Merkmal zu erfassen. Daher glaube ich, dass es hier um eine “Vorratsdatenspeicherung” geht. Findet die Polizei Fingerabdrücke im Rahmen von strafrechtlichen Ermittlungen aller Art, dann kann man sie gleich mit der großen Datenbank der Ausweisinhaber abgleichen.

    • portaleco sagt:

      Wie immer werden bei der Diskussion über digitale Signatur einige Dinge durcheinander gewürfelt. Rechtssicherheit entsteht nicht dadurch, dass der Kunde eindeutig identifiziert oder ein Dokument digital signiert wird. Wie wird eigentlich der Anbieter/Vertragspartner identifiziert und wie wird sicher gestellt, dass dessen Allgemeine Geschäftsbedingungen rechtlich sicher und vor allem fair sind? Im heutigen Geschäftsleben erfolgen >99% aller Geschäftsvorgänge ohne Identifikation von Personen (auch Online!) – Hauptsache die Zahlung stimmt. Was nützt es wenn der Kunde 100 % identifiziert (eventuell sogar durch dubiose biometrische Verfahren) wird und er geschäftsunfähig ist oder bereits Tausende von € persönliche Schulden hat? Im Geschäftsleben handeln in der Regel juritische Einheiten (GmbH, AG, .. ), die nicht an Personen gebunden sind. Der persönlich haftende Einzelkaufmann kommt nur noch bei den Buddenbrooks vor.

      Schleierhaft ist auch wie andere Länder in der EU oder gar in den USA, dazu bewegt werden sollen, den deutschen Personalausweis zur Identifikation anzuerkennen.

      PS Ich verwende seit etwa 10 Jahren täglich meine Smartcard zur sicheren Speicherung meiner persönlichen Daten inklusive eines Signaturzertifikats. Ich habe aber noch keinen Befürworter der digitalen Signatur getroffen, der eine Smartcard täglich verwendet. Meist scheitern die Befürworter bereits bei der Installation des Smartcard Lesers!

  3. […] LeserInnen des Gipfelblogs meckern immerhin über die Überwachungspläne von Wolfgang “Stasi 2.0″ Schäuble oder die nichts sagende “Expertenmeinung” von Brigitte “was sind nochmal […]

  4. Brigitte Plattner sagt:

    für Pingback
    Ich antworte auf Ihren Mix aus 3 Meinungen, dass ich so heisse und meine Familie so seit Generationen heisst. Bitte liefern Sie konstruktive Ideen, die Expertenwissen, welches Sie beanspruchen und anderen absprechen, nachweissen. Ihren Frust, den Sie anscheinend gegen den Namen Plattner haben lassen Sie bitte nicht an mir aus. Wenn sich im deutschen Fernsehen ARD – Menschen Wirtschaftsexperte nennen dürfen, obwohl sie weder Universitäts noch andere Titel nachweisen können und entsprechende Kommentare abgeben dürfen und Sie drei Meinungen mixen um so Schlussfolgerungen anzudeuten, die nicht logisch sein können, so kann ich dass mit sehr viel mehr Recht. Ich habe nicht nur Titel, sondern kann durch Erfolge mein Expertenwissen beweisen, auch wenn ich der Devise folge, dass Weisheit sich in Einfachheit ausdrückt.
    Ich habe noch niemals arrogante Mitarbeiter, Manager oder Unternehmer kennengelernt aber meine Kunden und Freunde sind alle sehr intelligent zumindest genug, um mit meinen Ratschlägen Ihre Umsätze zu verdoppeln und sich zu Marktführern entwickelt haben.
    Meine Kunden sagen ich sei Capo auf dem Gebiet der Betriebsorganistion, Business Process Management und Assessment of quality management system etc., natürlich darunter mehrere Branchen und auch IBM Partner. Ich freue mich auf Ihr Coaching, denn ich strebe immer an “Experte” zu werde.
    bplattner@gmail.com

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