Wer sind Sie? Die digitale Identität

7. März 2007

Mit Web 2.0 ergatterten sich in vielen Bereich die Internet-User die Gestaltungsmacht über Webinhalte zurück – seitdem stellen interaktive Communities, Kommunikation über Blogs sowie Multimediaportale wie YouTube an vielen Stellen herkömmliche Websites in den Schatten. Manche Webnutzer verwenden viel Mühe darauf, ihre Identität zu schützen und verwenden auf jedem Webangebot andere Benutzernamen, wohingegen andere jedes Detail ihres Privatlebens ins Netz stellen und darauf bedacht sind, diese Informationen soweit wie möglich zu streuen.

Wie viele Informationen sollte man über sich selbst im Netz preisgeben? Regt die Vielzahl der Angebote Internetnutzer nicht gerade dazu an, Dinge zu veröffentlichen und es später wieder zu bereuen?

Think about IT.


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Peter Schaar

Der Bundesbeauftragte für den Datenschutz und die Informationsfreiheit (BfDI)

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10 Antworten zu “Wer sind Sie? Die digitale Identität”

  1. ruffy sagt:

    Der Mensch wird früher oder später zu Glas. Daran lässt sich meiner Meinung nach nichts ändern, da der Fortschritt mit immer länger werdenden Schritten voranschreitet. Es bleibt dem User jedoch selbst überlassen ob er diesen Vorgang unterstützt oder hemmt.

    Auch “Neuerungen” wie Schäubles AntiTerrorDatei & Co. beeinflussen diesen Vorgang enorm, da das Abschotten der “Terrordaten” oder “Internetverbindungsdaten” nach Außen und somit das schützen dieser hochsensiblen Daten vor unberechtigtem Zugriff, in der Praxis unmöglich ist.

    Ich könnte mir vorstellen, dass Artikel, Forenposts oder Blogbeiträge(so wie dieser hier 🙂 mit sozialkritischen oder unüberlegten Inhalten später referenziert werden und somit z.B. bei der Auswahl eines neuen Angestellten entscheiden können.

    Auch fraglich ist ob die Macht der Informationssammler wie z.B. Google & Co. nicht missbraucht wird. Wissen ist macht?!

    MfG Ruffy

  2. Linuxer sagt:

    Wie viele Informationen sollte man über sich selbst im Netz preisgeben?

    Gute Frage, aber man hätte sie auch schon vor Web 2.0 stellen können. 🙂

    Ich sehe 3 Richtungen: freiwillige Angaben, zwingend notwendige und unnötige geforderte vom Anbieter.

    Freiwillig ist alles, was der User selbst preisgibt. Was ER da ins Netz stellt ist sein freier Wille. Das sollten nur Daten sein, die ER später immer akzeptieren kann.

    Zwingend notwendig wäre zum Beispiel: eine Lieferanschrift; obwohl man diese Daten auch nicht rausrücken muss – wenn man nicht online bestellt!
    Hier sollte sich der User sehr genau die Datenschutzerklärung anschauen. Ich persönlich benutze nur Anbieter, bei denen ich nicht in den Kundenstamm aufgenommen werde (Einmalbestellung; ja sowas gibt es…).

    Meistens wird unnötigerweise eine Telefonnummer gefordert. Wozu bitte?
    Kein Anbieter muss mich anrufen!! Telefonnummer ist für mich das absolute k.o.-Kriterium für Webshops.

    Ich warte auf den Tag, an dem der erste Anbieter mich zur Eingabe meiner lebenslang gültigen Steuernummer auffordert…

    MfG vom Linuxer

    PS: barrierefrei ist diese Website nicht, ihr nötigt mich hier zum Einschalten von Javascript; das ist mir leider schon bei der Registrierung aufgefallen. Habt ihr Fachkräftemangel? Wo kann ich mich bewerben? 🙂

  3. haf sagt:

    Freiwillige Angaben sind jedem überlassen. Das ist nicht nur im Internet so.

    Jedoch wieviel kennen die Gefahren, die entstehen können, wenn man einfach so seine Handynummer und/oder Anschrift veröffentlicht?
    Dank Web2.0 und den Social-Communities kann man unzählige Informationen zu Personen sammeln. Dabei müsste man sogar sich gar nicht anstrengen. Der Benutzer gibt zu seine Kontaktdaten, seine lieblings Cafe und Bars an. Genauso seine letzten und kommende Urlaubsziele. Viele sind sich der möglichen Verkettungen nicht bewußt.
    Man möchte jetzt nicht alles schlecht reden, aber man denke nur an den neuen Chef, der zum Bewerbungsgespräch mal kurz eine Suchmaschine mit dem Namen füttert ;-).

    Gruß

    haf.

  4. mquasthoff sagt:

    Die Frage nach dem gläsernen Internetnutzer weist einige Ähnlichkeiten zur in ihrer Bedeutung möglicherweise nicht so weitreichenden Debatte um das Für und Wider eines Verbots von “Killerspielen” auf.

    Auf der einen Seite steht die Tatsache, dass das WWW dazu einlädt, persönliche Details preiszugeben – auf einer persönlichen Seite oder gegenüber Online-Shops – oder im großen Umfang nach persönlichen Informationen anderer Menschen zu suchen. Dieser Tatsache wird versucht durch sich weiterentwickelnde Zugangskontrollen, Vertrauensnetze und andere Entwicklungen in der Informationssicherheit zu begegnen.

    Das größere Problem ist m.E. die allgemeine Unklarheit, welchen Wert die eigenen personenbezogenen Daten haben und welche personenbezogenen Daten überhaupt schützenswert sind. Diese Bewertung müsste jeder Internetnutzer für sich selbst treffen. Die Tragweite der Entwicklung eines weltweiten Informationssystems, in dem keine Daten mehr verloren gehen, oder zumindest nicht die, von denen wir es gerne sähen, ist aber noch lange nicht für jeden deutlich geworden

    Es wäre interessant, unter der Annahme der Existenz des von jedermann perfekt durchsuchbaren WWW der Zukunft – das bedeutete sicher auch unter Einbeziehung von semantic web Techniken – möglichst allgemeingültige Verhaltensempfehlungen auszuarbeiten. Dabei müssten auch Methoden wie das o.g. Verwenden verschiedener Benutzernamen auf verschiedenen Seiten auf den Prüfstand, da diese möglicherweise durch Data Mining Techniken wirkungslos werden könnten.

  5. Wichtige Fragen auf dem Weg zum “Global Village”. In kleinen Dörfern und Start-Ups funktionieren viele Dinge deshalb so gut, weil es kaum Geheimnisse gibt. Transparenz schafft hier Klarheit, mit allen Vor- und Nachteilen.

    In Großstädten und Großbetrieben beginnen gerade zarte Pflänzchen, die sozialen online Gemeinschaften (social community) in Form von Wikis und Platformen (wie z.B. Ning -> siehe Stadt-Netzwerk Walldorf zu wachsen.

    Die Zeit wird zeigen, wieviel Offenheit sinnvoll ist bzw. jeder selbst sollte (im allgemeinen) entscheiden können wieviel Offenheit zu ihm passt.
    Ähnlich zu der Menge an Versicherungspolicen die ein jeder braucht, um sich sicher zu fühlen … da gibt es eben nur Leitmotive, aber viele verschiede Bedürfnisse 🙂

    Wer etwas rumkommt, ist heute schon per Quintura sehr gläsern (Beispiel).

  6. mayerma sagt:

    Think about it

    Wie viele Informationen sollte man über sich selbst im Netz preisgeben? Regt die Vielzahl der Angebote Internetnutzer nicht gerade dazu an, Dinge zu veröffentlichen und es später wieder zu bereuen?

    Think about IT.

    Fall 1 Andere verdienen finanziell und ich nicht =>
    Meine Know How, meine Daten werden vermarktet.

    Fall 2 Nachteil, persönlich finanziell
    Meine Daten werden verwendet um mich nicht mehr an einer Versicherung teilhabenzulassen oder einen Job zu erhalten oder sonstiges.

    Fall 3
    es passiert nichts

    Fall 4 es gibt Menschen die zuhören und ich vernetze mich, es wird kommuniziert

    Fall 5 Überlebenstrieb
    Ich wehre mich gegen mein löschbares Nummerndasein und bestätige meine Realität im Lebensdasein

    hmm, … es kommt immer darauf an, in welcher Ausgangssituation ich mich befinde?

  7. portaleco sagt:

    Bei dieser Diskussion wird immer impliziert, dass die persönliche Identität im Internet von einer “externen Macht” wie z.B. Google, Facebook, Microsoft u.a. vergeben wird. Es besteht aber durchaus die technische Möglichkeit, seine Identität selbst zu verwalten und die sozialen Kontakte im Internet in einem selbst definierten und verwalteten Raum stattfinden zu lassen. Firmen interne Netze benutzen die notwendige Technik schon seit langem. Die Kosten für den Betrieb solcher Netzwerke sind aber erst in den letzten 5 Jahren so stark gefallen, dass man die Technik auch im privaten Bereich einsetzen kann. Wie immer ist es aber einfacher, sich vorgefertigter Systeme zu bedienen als sich selbst kundig zu machen und sich zu engagieren. Aber auch hier kommt es darauf an, in welcher Ausgangssituation man sich befindet und was man bereit ist für die persönliche Freiheit zu investieren.

  8. nieleck sagt:

    ich würde gerne wissen wie man seine eigene handynummer ins netz stellen kann, ich bitte um eine antwort

    MFG Nieleck

  9. Horst sagt:

    Melden Sie sich doch einfach bei facebook.com, meinvz.net oder Konsorten an. Dort können Sie jegliche Details über ihr Privatleben preisgeben. 😉

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